daslebenistmeinponyhof: Künstlermotivation, Verwertungsmodelle und eine Frage an @SaschaLobo ohne #piraten+
2. In, sagen wir, längeren Verhandlungen habe ich 2007 den Heyne Verlag dazu bringen können, unser Riesenmaschine-Buch nicht nur in den Buchhandel zu bringen, sondern auch gleichzeitig als kostenlosen Download anzubieten. Das Buch ist über 20.000 mal als pdf heruntergeladen worden, aber sehr, sehr viel weniger oft verkauft worden. Es ist ja so, dass ich durchaus auch ausprobiere, wie Alternativen aussehen könnten.
3. Die Vertriebsstruktur für Bücher in Deutschland ist starr, starr, superstarr. 90% der Bücher werden im stationären Buchhandel verkauft, nur ca. 10% online (als Größenordnung, gibt viele verschiedene Zahlen). Wenn eine elektronische Vertriebsstruktur kommt, die den Namen verdient und vor allem die Masse erreicht, die auch Bücher kauft, dann werde ich definitiv mitmachen.
4. Selbst, wenn ich einen solchen Weg einschlagen könnte, weil ich die Bekanntheit aufgebaut habe und die digitalen Wege kenne sowie über die Mittel verfüge, sie auch zu nutzen - das würde nicht prototypisch für Autoren gelten. Die können schreiben (die meisten) und sonst nicht so ungeheuer viel mehr. Ich kenne glänzende Autoren, die sind nicht in der Lage, alleine Pfandflaschen zurückzubringen, wie sollen die digitale Vertriebsstrukturen und Marketingkampagnen beherrschen. Ihre Bücher möchte ich trotzdem lesen.
5. Ich bin übrigens sehr gespannt auf die nächste Generation des Kindle und finde es aus genau den Gründen, die ich hier beschrieben habe, enorm schade, dass er jetzt erstmal nicht in Deutschland eingeführt wird.
Ich sehe schon, ich werde nicht drum herum kommen, mal eine eigene Kulturfinanzierungs-Alternative zu skizzieren. Vielleicht schaffe ich das ja noch im Juli.
2 Kommentar-Kommentare »
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Die Skizzierung würde mich glühend interessieren.
Kommentar-Kommentar von Ingo Vogelmann — 01.07.2009 #
Heinz Rudolf Kunze schrieb mal ein Buch unter dem Titel “Vorschuss statt Lorbeeren” , der Titel paßt ziemlich gut…
Gerade junge Künstler, die vor Ideen nicht mehr laufen können, bekommen selten eine Chance. Es gibt kaum noch Verleger der alten Schule, die auch mal ein Wagnis eingehen. Meist lernt der Autor den Verleger selbst nie kennen.
Das Thema ist groß, sehr groß, und wenn ich so auf meine Projekte und Fragmente blicke, sehe ich voraus, daß ich mit 5 Monaten nicht auskommen würde.
Viele überbrücken diese Zeit mit Hartz IV, was ich für einigermaßen legitim halte. Denn man tut ja etwas, ist nicht untätig.
Man nimmt sich Geld aus dem Sozialressort, das eigentlich ins Kulturressort gehörte und geht seiner Arbeit nach.
Kommentar-Kommentar von Matthias Schumacher — 07.08.2009 #