wirres.net: die readers edition sucht 20 millionen fotografen

So, ich werfe jetzt einen Stein direkt aus unserem eh schon defekten Glashaus namens Riesenmaschine auf die Readers Edition, vor allem, weil es gerade total en vogue ist, auf denen herumzuhacken.

Bildrechte im Internet sind kein kommerzielles, sondern ein gesellschaftliches Problem. Und zwar leider ein so vielschichtiges, dass sogar Globalpauschalisierern wie beispielsweise mir keine Rundumglücklich-Lösung einfällt. Kreativitätsförderung gut und schön und richtig, aber hat nicht jeder einen Fotografen in seinem Bekanntenkreis, der gerne mit seiner Arbeit seine Miete zahlen würde?

Und wo hört beispielsweise eine kostenfreie Privatnutzung auf und fängt kommerzielle Nutzung an? Bei einem Amazon-Link auf der eigenen Internetseite? Bei mehr als 345 Euro Einnahmen? Bei 345 Euro Gewinn?

Creative Commons kann da nur ein Teil der Lösung sein, denn die Rechtsverbindlichkeit und Sanktionsmassnahmen sind, wenn es zu Konfrontationen kommt, in Deutschland noch gerichtlich kaum bestimmt. Sogar multinationale Konzerne können (Aussage eines Justiziariatsangehörigen eines grossen Deutschen Telekonzerns) unter Umständen so etwas Ähnliches wie eine nichtkommerzielle Nutzung geltend machen, wenn zum Beispiel die Verwendung keinem direkten oder indirekten Geschäftszweck dient, was immer das heissen mag.

Ich möchte den schwarzen Peter also weg von der Readers Edition hin zum gesellschaftlichen Regulativ “Politik” schieben, auch wenn er erwartungsgemäss dort erstmal ca. 8 Jahre liegen bleibt. Das Kernproblem sehe ich eher darin, dass jeder 13jährige seine Eltern für 3 Generationen verschulden kann mit zwei Klicks. Und an 246. Stelle der Problemliste kommt dann auch, dass mittelkleine, ambitionierte Unternehmen wie die Riesenmaschine oder die Readers Edition ebenso wie die weitaus meisten Blogs grössere Schwierigkeiten im Bereich Bildverwendung haben. Dass man mit diesen Schwierigkeiten total bescheuert (Readers Edition, Riesenmaschine früher) oder nur halbbescheuert (Riesenmaschine heute) umgehen kann, ist eine andere Frage.

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