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Ich werde dann jetzt also zu dem von schon viele anderen Personen angesprochenen Thema meine Sichtweise einbringen und lasst es mich gleich vorweg sagen: sie ist anders. Sie ist so anders. Sie ist auf noch ganz andere Art anders als Ihr glaubt, dass anders sei. Übrigens geht mir das oft so, dass ich sehe, hey, ich bin anders anders als Andere, zum Beispiel André. Aber ich komme vom Hauptthema ab, das sollte nicht passieren, denn eine der 19 Säulen der westlichen Zivilisation, die nebenbei gesagt für mich auch und gerade aus den, wie sagt man so schön, neuen Errungenschaften besteht, ist auch die Fokussierung auf ein Thema. Ein bisschen Abschwiff ist natürlich trotzdem immer in Ordnung, schon allein, weil übermässige Konsistenz den Menschen zu perfekt erscheint und schliesslich zu kommunikativer Reaktanz führt (ich benutze ganz gerne Fremdworte, die ich in alten PM-Magazinen finde); es ist ja zum Beispiel so, dass Horowitz, der bekannte Pianist, sogar absichtlich Fehler in seine Klaviervorträge eingebaut hat, damit sie nicht zu gespenstisch maschinell perfekt erscheinen, was ja unter uns bemerkt auch eine doppelt um die Ecke gedachte subkutane Subtilität mit grosser Eigenlobkomponente beinhaltet.
Zu dem von den meisten angesprochenen Punkt, dem ursprünglichen Thema, komme ich gleich, vielleicht sollte ich vorher klarstellen, in welcher zugleich beneidenswerten und bemitleidenswerten Position ich mich derzeit befinden, zwar schuldlos, aber doch befinde. Ich bin gewissermassen über nur zwei Ecken sehr eng, aber etwas entfernter bekannt mit einem absoluten Insider und benutze darüber hinaus die Sachen seit vielen, und ich meine hier vielen, Monaten. Teilweise sogar Jahren (Internetjahren). Das macht mich zu einem gleichzeitigen Mitinsider und aber auch zu jemandem, der von aussen auf die ganze Angelegenheit draufschaut, mit Blick für die Distanz, aus der Perspektive des grossen Blickwinkels, so als Bild für das gesamte Bild, das big picture, wie ich bei meinem USA-Aufenthalt 1993 gelernt habe, wie ich ja generell die allermeisten Sachen aus dem letzten Jahrtausend tatsächlich erst im letzten Jahrzehnt des letzten Jahrhunderts erlernt, erfahren, nein, erlebt habe. Mein Bild des zweiten Jahrtausends ist also, und das sollte man, wenn man meine Kommentare liest, stets beachten, um nicht interpretativ auf die falsche Fährte gelockt zu werden, deutlich von den 90er Jahren gefärbt - nicht überraschend, aber doch wichtig, um mich zu verstehen, und davon gehe ich mal aus, dass Menschen, die meinen Kommentar hier textanalytisch in Angriff nehmen, das möchte jedenfalls hoffen, sich eben diesem in der Absicht nähern, dass sie verstehen, was ich meine. Sonst könnte man sich das alles ja schenken, wo kämen wir hin, wenn jeder nur outputorientiert vor sich hin kommentierte, ohne zu lesen, was links und rechts so vor sich geht, obwohl ich inzwischen der Meinung bin, dass das traurigerweise doch auch schon mal ab und an hier und da diesen und jenen passiert, dass sie quasi, wie drücke ich es möglichst unbeleidigend aus, dass sie totalen Quatsch posten, der mit nichts etwas zu tun hat ausser der eigenen Profilneurose und ich kann Euch sagen, dass ist etwas Schlimmes (neue Rechtschreibung? Wird das jetzt gross geschrieben? O tempora, o mores, nach der “Schlechtschreibreform”, die mir meine ganzen liebgewordenen Fehlerkonzepte über den Haufen geworfen hat, ist ja nun auch noch das Rauchverbot, ich meine, das sind doch schon singapureske Polizeitstaatsverhältnisse).
Abseits von dieser extrem egozentrischen Herangehensweise an Kommentare, an publizierte Texte generell, sehe ich gerade in der Möglichkeite der Kommentare ein wichtiges Instrument zur Basisdemokratisierung der Gesellschaft, zur Bildung einer funktionierenden Neuen Bürgerschicht und ja, ich schreibe Neuen hier absichtlich gross, weil ich glaube, dass gerade Kommentare einen wichtigen Teil, wenn nicht DEN wichtigen Teil des gesellschaftlichen Engagements ausmachen, das ja sooft gefordert wird, auch von der Politik, die dann aber nicht dort nachsieht, wo das längst Alltag ist.
Wie etwa hier, in meinem Kommentar, der die - und das gebe ich offen zu - Diskussion anheizen, anfackeln, anglühen, anfeuern soll; und das mit nichts weiter als meiner - zugegeben etwas arg kontroversen und ganz anders andersartigen - Meinung. Ich hoffe, das ist mir gelungen, denn soeben verliere ich die Lust und schicke diesen Kommentar dann auch einfach ab, ohne nochmal drüberzulesen, eine alte, liebgewordene Angewohnheit von mir, die einiges leichter macht, vielleicht nicht unbeding für Euch, aber doch für mich, und das ist letztlich in meinem Universum - wir alle sind ja qua Wesenheit zur egozentrischen Subjektivität verdammt, besonders ich übrigens - das mit Abstand Wichtigste (gross? Hm.).
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