bov.antville.org: „… dass man eben Twitter ‚verteidigen‘ müsste, obwohl das das Letzte ist, worauf man Lust hat“

Das lustigste an diesem Protext-Getöse ist, dass die Website so grauenhaft royalschlecht mit Sternchen vollgeschrieben ist mit Profitext. Über den Konkrettext habe ich keine Meinung, aber ich komme drin vor, das ist toll.

Andrian Kreye: Ironie und Haltung

Ich habe gestern versucht, hier einen Kommentar zu hinterlassen. Die Software wollt mich nicht. Symptomatisch?

Also.
Wo ist bei mir die Tirade? Wo?
Haben Sie den Text bis zu Ende gelesen, den ich geschrieben habe?

Dass ich zunächst unsicher war, ob der Text wirklich eine Satire ist, liegt an dreieinhalb bis vier verschiedenen, aber zusammenhängenden Ursachen.

1) Kurt Kister war mir kein Begriff.
2) Im Netz steht er kontextlos auf einer Seite wie andere Nachrichten auch.
3) Sowohl im Ton wie auch von Ansatz her steht der Artikel (leider!) alles andere als allein – will sagen, es gibt genügend nichtsatirisch gemeinte Beiträge, die sich ähnlich lesen.
4) Ich bin zunächst auf meine eigene vorschnelle Ekelfaszination hereingefallen, der Text ist zweifellos widerwärtig. Ein klarer Fehler von mir. Zur Erklärung möchte ich meine heftige Guttenberg-Allergie anführen, die ich vor einigen Tagen dokumentiert habe (natürlich auf Twitter):

http://twitter.com/saschalobo/status/5652189064

Den Text bei mir im Blog habe ich allerdings bereits im Bewusstsein geschrieben, dass es sich (fast) sicher um eine Satire handelt und ein halbe Stunde später mit einem Link auf einen anderen Kister-Artikel das „fast“ gestrichen – wo also ist das Problem?

Kommt nicht deutlich genug heraus, dass der Text ein Kompliment an Kister ist, wenn man meinen Beitrag bis zu Ende liest? Oder stürzt man sich genaus so vorschnell auf meinen Text ich auf den von Kurt Kister (ohne die beiden vergleichen zu wollen)?

Bedenklich finde ich nebenbei bemerkt, dass in Andrian Kreyes Beitrag durchscheint, ich den Beitrag hätte löschen sollen.

Zum Großkomplex digitale Kommunikation und das dazugehörige Fehlen von Gestik, Mimik, Körpersprache, Kontext und allem nonverbalen Kommunikationsinstrumentarium (durchaus ein Problem des Internet) könnte man in der Tat sehr viel sagen. Hab‘ ich natürlich auch (im Tagesspiegel):
http://is.gd/4WeeY

Andrian Kreye: Ironie und Haltung

Welche detaillierte Tirade?
Und wieso „vollkommen ironiefreie Abbildung“?

marga1919.blogspot.com: Marga: Wir erklären Dir das Internet

Das Internet ist eine Religion, die nichts weiter von ihren Mitgliedern verlangt, als Teil davon zu sein. Es durchdringt unser Leben in wirklich allen Bereichen und gibt uns das Gefühl, dazuzugehören – egal, was wir sind.

Geschickt arbeitet diese Religion mit einer Mischung aus Identifikation, Projektion und Funktion, sie unterscheidet nicht zwischen Beruf und Privatleben, sie lockt und straft und setzt so durch, dass man sich nach ihren Regeln verhält und sie stellt gleichzeitig Gegenmittel gegen Verlockung und Bestrafung bereit. Alles ist möglich innerhalb und mit dem Internet, ausser sich von ihm abzuwenden. Denn wie bei jeder Religion geht es dem Internet um unsere Seele.

Das Internet ist das grösste, umfassendste und mächtigste Mem, das je vom Menschen geschaffen wurde. Es hat unsere Köpfe, unsere Hände und unsere Herzen besetzt und wir werden alles tun, um es gegen andere Religionen und Systeme und Denkweisen zu verteiden; wir werden jede Schlacht für das Internet schlagen und auch gewinnen, denn das Internet ist allmächtig, unser Wille ist sein Wille und wird sich durchsetzen.

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